Die TheaterMacher(n)
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Ringelnatzjahr 2008 _________________________________________________________

 

wir danken der Musikschule Muldental und Irish Butter für die musikalische Begleitung

 

Joachim Ringelnatz (Hans Gustav Bötticher) wurde als jüngstes von drei Geschwistern inWurzen geboren. Seine Eltern waren beide künstlerisch tätig. Sein Vater Georg Bötticher, war ein erfolgreicher Musterzeichner und später hauptberuflicher Verfasser von humoristischen Versen und Kinderbüchern. Die Schulzeit war schwer für Ringelnatz: Er sah in den Lehrern „respektfordernde Dunkelmenschen“ und wurde von den Mitschülern für sein seltsames Aussehen (mädchenhafte Frisur, ungewöhnlich lange Vogelnase, vordrängendes Kinn, kleine Statur) gehänselt. Der Junge flüchtete sich in Trotz, Rüpeleien und einsames Zeichnen und Schreiben. Als Quintaner leistete sich Ringelnatz einen Streich zu viel: Während der Pause verließ er das Schulgelände, ging zu einer Völkerschau im neben der Schule gelegenen Zoo und ließ sich von einer Samoanerin auf den Unterarm tätowieren. In der Schule gab er überdies noch gegenüber seinem Lehrer mit dem Vorfall an. Die Reaktion war der Verweis vom Gymnasium. Es folgten Jahre auf einer Privat-Realschule. 1901 beendete Ringelnatz seine auch dort wenig erfolgreiche Schulzeit mit dem Einjährigen-Freiwilligen-Examen. Auf dem Abgangszeugnis des zweimaligen Sitzenbleibers vermerkte ein Lehrer, der Absolvent sei „ein Schulrüpel ersten Ranges“ gewesen. Ringelnatz hatte sich in den Kopf gesetzt, Seemann zu werden. Heuern als Leichtmatrose auf allen Weltmeeren wechselten immer wieder mit Phasen der Arbeitslosigkeit ab. 1903 wurde ihm die weitere Ausübung des Matrosenberufs wegen mangelnder Sehschärfe untersagt. Dennoch absolvierte er noch die Qualifikationsfahrt für den Militärdienst bei der Marine und diente 1904 als Einjährig-Freiwilliger bei der Kaiserlichen Marine in Kiel. Anfang 1905 trat er als unbezahlter Lehrling in eine Hamburger Dachpappenfirma ein, ließ sich aber zugleich an der Universität von Leipzig für das Fach Handelswissenschaften immatrikulieren. Zu seiner großen Enttäuschung bewirkte der Vater, der das Studium nicht finanzieren konnte oder wollte, beim Rektor, einem Freund, dass Ringelnatz´ Einschreibung rückgängig gemacht wurde. Direkt zu Kriegsbeginn meldete sich Ringelnatz freiwillig zur Kriegsmarine. Zu seiner Enttäuschung durfte er nicht an Schlachten teilnehmen, obwohl er sich mehrfach freiwillig an die Front meldete. Zunächst diente er auf Sperrschiffen, dann freiwillig bei der undankbaren und gefährlichen Arbeit einer Division, die Minen in Gewässern aussetzte, die für große Schiffe nicht zugänglich waren. Zu Kriegsende sympathisierte er kurzfristig mit der Novemberrevolution und wollte vor dem Arbeiter- und Soldatenrat sprechen, doch weigerte er sich, seine Offiziersmütze abzunehmen und verlangte für seine Mitarbeit eine sofortige Beförderung in eine Führungsposition. Die Revolutionäre verzichteten auf seine Mithilfe. Ringelnatz erlebte ein entbehrungsreiches erstes Nachkriegsjahr voller Kälte und Hunger, zudem erblindete er durch die Spätfolgen einer Schlägerei auf einem Auge.Im Dezember 1919 verfasste er die ersten Gedichte unter dem Pseudonym Joachim Ringelnatz.1920 heiratete Ringelnatz die fünfzehn Jahre jüngere Lehrerin Leonkarda Pieper. Seine Frau wurde ihm zur unentbehrlichen Assistentin bei all seinen Publikationen. Die beiden zogen als Schwarzmieter in eine Münchner Wohnung. Zehn Jahre wohnten sie dort bis zu ihrem Umzug nach Berlin im Februar 1930. Das Paar war in ständiger Geldnot. Ab Herbst 1920 hatte er erste erfolgreiche Auftritte im Berliner Kabarett Schall und Rauch. Damit begann sein Leben als reisender Vortragskünstler, das ihn mehrere Monate im Jahr auf Bühnen im gesamten deutschsprachigen Raum brachte.Ringelnatz, der stets im Matrosenanzug auftrat, wurde schnell bekannt und musste bald Aufträge ablehnen. Filmprojekte zerschlugen sich oder waren enttäuschend erfolglos. Es wurden jedoch 16 Schallplattenaufnahmen realisiert und ab 1927 hatte Ringelnatz Auftritte im Rundfunk. Es erschienen seine beiden erfolgreichsten Gedichtsammlungen: "Kuttel Daddeldu oder das schlüpfrige Leid" und "Turngedichte". Ringelnatz veröffentlichte nun fast jedes Jahr Bücher, mit mehr oder weniger großem Erfolg. Die Notwendigkeit sparsam zu leben blieb jedoch. Ringelnatz und seine Frau konnten nie finanziell sorgenfrei leben. Das zum Überleben nötige ständige Reisen wurde für Ringelnatz, der lebenslang gesundheitlich gefährdet war, zunehmend strapaziös. 1929 mietete er eine Wohnung in Berlin, ab 1930 lebte Ringelnatz für immer dort. 1933 erteilen die an die Macht gekommenen Nationalsozialisten Ringelnatz Auftrittsverbote in Hamburg und München. Der unpolitische Ringelnatz hatte den Aufstieg der NSDAP lange nicht ernst genommen.Die meisten seiner Bücher wurden beschlagnahmt und landeten auf den Scheiterhaufen der Bücherverbrennungen.Ringelnatz und seine Frau verarmten rasch, da die Bühnenauftritte die Haupteinnahmequelle des Paares gewesen waren.. Erste Symptome der Tuberkulose, an der Ringelnatz sterben sollte, traten auf. 1934 konnte Ringelnatz noch Gastspiele in Basel und Zürich absolvieren, dann brach die Krankheit endgültig aus. Freunde halfen dem nun fast völlig mittellosen Paar durch öffentliche Aufrufe und private Spendenaktionen die Sanatoriumsaufenthalte zu bezahlen. Er starb am 17. November in seiner Wohnung am Sachsenplatz, beerdigt wurde er auf dem Berliner Waldfriedhof unter einer Grabplatte aus Muschelkalk.

Quelle: Wikipedia

Der Hexenprozess zu Pichaw 4
Der Hexenprozess zu Pichaw 5
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aktualisiert am 28.07.2011

 

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